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November 2023

Lage und Konstruktion

Ansicht Nord-West-Dachfläche

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Gewerbeobjekt im Achental in Oberbayern.

Das Dach hat eine Neigung von ca. 20°. Die Dachhälfte ist fast vollständig mit Paneelen belegt, nur 3 Wartungsgänge zwischen den Modulfeldern wurden frei gelassen.

Es handelt sich um ein Blechdach mit einer Aufdachanlage.

Die Firstlinie hat eine Ausrichtung von 20°. Auf dem Foto ist die Nord-West-Dachfläche sichtbar.

Gut und schlecht

Zunächst einmal klingt es ja nicht plausibel, eine Dachseite nach Nord-Westen mit PV zu belegen. Das war auch der Grund, warum ich zunächst irritiert dieses Dach photographiert habe.

Wenn man sich aber an der Einstrahlungsscheibe die Orientierung (Dachfläche mit 20° Neigung und nach 290° gerichtet) ansieht, erkennt man an dem roten Kreis, dass der Ertrag in diese Richtung nur um 15% weniger ist, als eine ideale Südausrichtung. Selbst ein senkrechtes Modul nach Süden hat eine schlechtere Ausbeute. Auch Dächer die nicht ideal. ausgerichtet sind, können einen ausreichend hohen Ertrag generieren.

Einstrahlungsscheibe – solarer Ertrag nach Himmelsrichtung und Neigung

Wirtschaftlichkeitsberechnung

Maßgelich hierfür ist immer nur die Wirtschaftlichkeitsberrechnung. Im Achental beträgt gemäß der Einstrahlungskarte des DWD die jährliche solar nutzbare Einstrahlung etwa 1.300 kWh/m2 und damit schon mal ca. 6% über dem deutschen Mittel. Bei einer Dachfläche in der Größe sinkt der Montagepreis pro installiertem kWp. Da diese Anlage im Zuge der Errichtung des Gebäudes montiert wurde, man also sowieso schon ein Gerüst hatte und die Verankerungen auch bereist bei der Dachmontage anbringen konnte, reduzieren sich die Kosten pro kWp zusätzlich.

Des weiteren muss untersucht werden, ob die Anlage zum Eigenverbrauch installiert wurde, oder zur Volleinspeisung. Denkbar wäre auch einen gemischte Nutzung. Man betrachtet das Dach als 2 Anlagen. 1 Anlage dient zum Eigenverbrauch und zur Überschusseinspeisung und der Rest ist eine Anlage mit Volleinspeisung. Leider ist im Energie-Atlas Bayern die Anlage noch nicht eingezeichnet, so dass man hier keine weiteren Details sehen kann.

Wenn der Nutzer am Nachmittag einen hohen Stromverbrauch hat, ist eine Anlage mit einer westlichen Orientierung natürlich ebenso sinnvoll.

Es empfiehlt sich immer, eine möglichst genaue Simulation durchuzuführen, so stellt man oft fest, dass eine Anlage, selbst bei einem zunächst einmal nicht optimal ausgerichteten Dach, ebenso sinnvoll sein kann.

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